SP: Für eine neue Tourismuspolitik

Die Tourismusbranche ist für zahlreiche Regionen des Landes wichtig. Sie steht unter starkem internationalem Konkurrenzdruck. Der Tourismus leidet unter überholten Strukturen, einer alternden Hotelinfrastruktur und hohen Schweizer Preisen. Trotz Bundessubventionen verliert der Schweizer Tourismus an Boden. Er sieht sich mit grossen Problemen konfrontiert:

  • problematische Arbeitsbedingungen und äusserst tiefe Löhne, vor allem im Bereich der temporären, befristeten Stellen, von denen vor allem Frauen betroffen sind
  • zu viele Betten in Zweitwohnungen, was die Auslastung der Hotels vermindert
  • zu viel Strassenverkehr an Wochenenden und zu Beginn der Schulferien
  • ungenügendes Marketing für die Schweiz als Ferienland z.B. im Vergleich mit Österreich

Die Tourismuspolitik muss überdacht werden

Die SP Schweiz verlangt:

  1. einen Gesamtarbeitsvertrag für die Tourismusbranche
  2. eine Aus- und Weiterbildungs-Offensive
  3. eine auf Qualität ausgerichtete Tourismuspolitik durch Restrukturierung der Branche, Professionalisierung des Managements und Zusammenarbeit zwischen den Touristikzentren
  4. eine Regionalpolitik, welche die Einrichtung von „Tourismuscluster“ begünstigt, um die Zusammenarbeit und Synergien innerhalb der Branche zu fördern
  5. eine weniger verzettelte, effizientere Politik des Destinationsmarketings
  6. Raumplanungsmassnahmen, um die Ausbreitung der Zweitwohnungen zu begrenzen, und spezielle Abgaben auf Immobilienverkäufen zur Bekämpfung der Bodenspekulation und Förderung der Schaffung eines Investitionsfonds für die Modernisierung der touristischen Infrastruktur
  7. Förderung alternativer umweltschonender Tourismusprojekte
  8. die Aufhebung des Mehrwertsteuer-Sondersatzes für Beherbergungsleistungen und eine gezielte Verwendung der zusätzlich eingenommenen Mittel

Quelle: Auszug aus dem Wirtschaftskonzept der SP Schweiz (Jahr 2006)

Downloads