Logiernächterückgang im Jahr 2015 um 0.8%

Die Hotellerie in der Schweiz registrierte im Jahr 2015 insgesamt 35,6 Millionen Logiernächte. Dies entspricht gegenüber dem Jahr 2014 einem Rückgang um 0,8 Prozent (-305’000 Logiernächte). Bei den ausländischen Gästen wurden 19,6 Millionen Logiernächte und damit ein Rückgang von 1,7 Prozent (-331’000 Einheiten) verzeichnet. Das Jahr 2015 war von der Aufhebung des Mindestkurses des Frankens zum Euro geprägt. Diese Massnahme hat die ausländische und insbesondere die europäische Nachfrage sicherlich beeinflusst. Die Schweizer Gäste generierten 16,1 Millionen Logiernächte. Damit blieb die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr stabil (+0,2% / +26’000 Logiernächte). Im Dezember 2015 wurden 2,5 Millionen Logiernächte verbucht, was gegenüber Dezember 2014 einem markanten Rückgang um 5,6 Prozent (-147’000 Logiernächte) entspricht. Dies geht aus den definitiven Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Logiernächterückgang bei den europäischen Gästen, Anstieg bei den Gästen aus den übrigen Kontinenten im Jahr 2015

Im Jahr 2015 war die inländische Nachfrage gegenüber dem Vorjahr insgesamt stabil (+26’000 Logiernächte / +0,2%). Bei den ausländischen Gästen resultierte bei den Besucherinnen und Besuchern aus Europa ein Minus von 1,2 Millionen Logiernächten (-9,3%). Die europäische Nachfrage generierte 2015 insgesamt 11,8 Millionen Logiernächte, so wenig wie seit 1958 nicht mehr. Deutschland verbuchte mit einem starken Minus von 541'000 Logiernächten (-12,3%) die deutlichste absolute Abnahme aller Herkunftsländer. Deutlich zurückgegangen ist auch die Nachfrage aus den Niederlanden (-98'000 Logiernächte / -14,4%), Frankreich (-83'000 / -6,2%), Italien (-77’000 / -7,6%) und Belgien (-59’000 / -9,5%). Die Stärke des Schweizer Frankens im Vergleich zum Euro infolge der Aufhebung des Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) am 15. Januar 2015 hat sicherlich zu diesen markanten Abnahmen beigetragen.

Auch Russland wies ein deutliches Minus auf (-164’000 Logiernächte / -30,7%). Die Wirtschaftslage des Landes könnte ein Grund für diesen Rückgang sein. Auch die Nachfrage aus dem Vereinigten Königreich war rückläufig (-27’000 / -1,6%).

Die Besucherinnen und Besucher aus dem asiatischen Kontinent, deren Zahl seit 2009 stark zunimmt, erreichten mit 744'000 zusätzlichen Logiernächten (+18,6%) einen neuen Höchststand und überschritten damit erstmals die Schwelle von 4,0 Millionen Logiernächten. Am stärksten war das absolute Logiernächtewachstum bei den Gästen aus China (ohne Hongkong) mit einem Plus von 344'000 Logiernächten (+33,3%). Es folgen die Golfstaaten (+159’000 Einheiten / +20,6%), Indien (+107’000 / +22,0%) und die Republik Korea (+54’000 / +20,5%). Bei den Gästen aus Japan wurden hingegen 45’000 Logiernächte weniger (-10,3%) registriert. Die Nachfrage aus dem amerikanischen Kontinent erhöhte sich um 4,7 Prozent (+109’000 Logiernächte). Bei den Ländern dieses Kontinents verbuchten die Vereinigten Staaten ein Logiernächteplus von 94’000 Einheiten (+5,7%). Die beiden Kontinente Afrika (+21’000 / +7,5%) und Ozeanien (+11’000 / +3,4%) verzeichneten ebenfalls mehr Logiernächte.

Unterschiedliche Entwicklung in den Tourismusregionen im Jahr 2015

Sieben der vierzehn Tourismusregionen registrierten ein Logiernächteminus. Graubünden musste den stärksten absoluten Rückgang hinnehmen (-335’000 / -6,6%). Es folgen das Wallis (-149’000 / -3,8%), das Tessin (-133’000 / -5,7%) und die Ostschweiz (-93’000 / -4,7%). Die städtischen Gebiete legten hingegen zu, allen voran die Region Zürich mit einem Plus von 208’000 Logiernächten (+3,9%). Ebenfalls positive Ergebnisse wiesen die Region Basel (+22’000 Logiernächte / +1,5 %), Genf (+13’000 / +0,5%), die Region Luzern / Vierwaldstättersee (+152’000 / +4,4%) und das Berner Oberland (+38’000 / +1,0%) auf.

Leichte Abnahme der Aufenthaltsdauer im Jahr 2015

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag 2015 bei 2,0 Nächten, gegenüber 2,1 Nächten im Jahr 2014. Die Schweizer Gäste übernachteten im Durchschnitt 2,0 Nächte, bei den ausländischen Gästen waren es 2,1 Nächte. Nach Tourismusregionen betrachtet verzeichnete Graubünden mit 2,8 Nächten die längste Aufenthaltsdauer, gefolgt vom Wallis mit 2,4 Nächten. Am wenigsten lang verweilten die Gäste mit 1,6 Nächten in der Region Freiburg.

Nettozimmerauslastung im Jahr 2015

Die Nettozimmerauslastung belief sich im Jahr 2015 auf 51,5 Prozent (2014: 52,0%). Unter den Tourismusregionen wies Genf mit 64,6 Prozent die stärkste Auslastung auf. Es folgt die Region Zürich mit einer Auslastung von 63,3 Prozent. Die geringste Auslastung verbuchte die Ostschweiz mit 37,3 Prozent.

Markanter Logiernächterückgang im Dezember 2015

Im Dezember 2015 verzeichnete die Hotellerie in der Schweiz insgesamt 2,5 Millionen Logiernächte, was gegenüber Dezember 2014 einer Abnahme von 5,6 Prozent (-147’000 Logiernächte) entspricht. Die inländischen Gäste generierten 1,2 Millionen Logiernächte, was eine Abnahme von 1,4 Prozent bedeutet (-16’000 Logiernächte). Insgesamt 1,3 Millionen Logiernächte gingen auf das Konto der ausländischen Gäste. Dies entspricht einem Rückgang von 9,1 Prozent (-131’000 Logiernächte). Die ungünstigen Schneeverhältnisse im Dezember können dieses Ergebnis erklären.

In Bezug auf die Herkunftsländer verzeichneten die Besucherinnen und Besucher aus Deutschland mit einem Logiernächterückgang von 61’000 Einheiten (-18,8%) die stärkste absolute Abnahme gegenüber Dezember 2014. Es folgen die Gäste aus den Niederlanden mit einem Rückgang von 14’000 Logiernächten (-23,4%), jene aus Russland mit einem Minus von 12’000 Logiernächten (-28,8%) sowie die Besucherinnen und Besucher aus Belgien (-7700 Einheiten / -15,0%). Demgegenüber wiesen die Gäste aus den Golfstaaten mit 7400 zusätzlichen Logiernächten (+26,4%) den grössten absoluten Anstieg auf. Es folgen die Gäste aus den Vereinigten Staaten mit einer Steigerung von 3500 Logiernächten (+3,8%) und jene aus Indien mit einer Zunahme von 1800 Logiernächten (+12,1%).

 Zehn der vierzehn Tourismusregionen verbuchten im Dezember 2015 gegenüber Dezember 2014 einen Logiernächterückgang. Graubünden verzeichnete mit einem Minus von 76’000 Logiernächten (-14,7%) den deutlichsten absoluten Rückgang. Das Wallis registrierte eine Abnahme um 26’000 Logiernächte (-7,4%) und das Berner Oberland ein Minus von 16’000 Einheiten (-7,0%). Die Region Basel verbuchte 14’000 Logiernächte weniger (-11,6%). Demgegenüber verzeichnete das Genferseegebiet (Waadtland) mit einem Plus von 6500 Einheiten (+3,8%) das deutlichste absolute Wachstum. Es folgt die Region Zürich mit einer Zunahme von 6100 Logiernächten (+1,5%).

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