Aktuell: Frankenstärke

Aus heiterem Himmel hat die Schweizerische Nationalbank SNB im Januar 2015 den Mindestkurs gegenüber dem Euro aufgehoben. Dies ist für den nicht auf Rosen gebetteten Tourismus schwer zu verdauen. Gerade aufgrund dieser Situation war der Mindestkurs des Schweizer Frankens eine höchst willkommene Massnahme, das Agieren in einem angespannten Umfeld zu erleichtern und die Härte des Schweizer Frankens abzufedern. Nun muss der bereits beschrittene Weg der Innovation, Kooperation und der Stärkung des Images der Schweiz als Tourismusland konsequent weiter gegangen werden. Der Schweizer Tourismus-Verband präsentierte im Februar 2015 ein Massnahmenpaket, das von der Branche gemeinsam ausgearbeitet wurde.

Über die geplanten Negativzinsen war schon seit einiger Zeit geredet worden. Auch stand die Idee der Bindung des Schweizer Frankens an einen Währungskorb im Raum, die durchaus nähere Betrachtung verdient hätte. Dass nun der Mindestkurs gänzlich aufgehoben wurde – nicht nur dem Euro, sondern auch Währungen aus Übersee gegenüber – überrascht und löst Besorgnis aus. Für ausländische Touristen wird die bereits heute eher teure Schweiz noch teurer und das Risiko, dass sie sich für andere Ferienländer entscheiden, steigt zusätzlich. Von diesem bedauernswerten Schritt der SNB werden praktisch alle Leistungserbringer quer durch den ganzen Tourismus betroffen sein. Dies gibt nicht nur zu denken, weil der Tourismus die viertgrösste Exportbranche ist, sondern auch, weil er mit seiner personalintensiven Wertschöpfungskette nach wie vor massgeblich zur Vollbeschäftigung in der Schweiz beiträgt.

Aufgrund der weltweit wachsenden Konkurrenz und der parallel dazu zunehmenden Frankenstärke war die Situation des Tourismus in den letzten Jahren herausfordernder denn je. Der harte Franken hat nicht zuletzt wesentlich zum gerne und oft zitierten Image der «Hochpreisinsel» beigetragen. In dieser Situation war die Stabilisierung des Schweizer Frankens auf dem Mindestkurs von CHF 1.20 dem Euro gegenüber ab 2011 eine sehr geschätzte Unterstützung, die dazu beigetragen hat, Innovationen und Kooperationen auch vor dem Hintergrund einer heiklen Währungssituation weiter voranzutreiben. Es wäre notwendig und schön gewesen, sich noch etwas länger darauf verlassen zu können. Nicht, um sich auf der faulen Haut auszuruhen, sondern um Neuerungen auf einer zumindest währungsmässig einigermassen berechenbaren Basis auszuprobieren und zu etablieren.

Das Massnahmenpaket wurde von der Branche gemeinsam erarbeitet, was in der aktuellen Situation zentral ist. Neben diversen Aktivitäten, die schon seit längerer Zeit am Laufen sind und nun noch intensiviert werden, wurden Massnahmen definiert, welche die Folgen der Aufhebung des Mindestkurses mildern. Dies sind unter anderem die Unterstützung und geforderte Anpassung der Standortförderungs-Instrumente (Mittel an Schweiz Tourismus, Innotour, Verlängerung des SGH-Kredits und neue Regionalpolitik) an die Situation nach der Aufhebung des Mindestkurses, z.B. die verstärkte Förderung der Innovation oder die Schweiz-Offensive zur Bewerbung von Schweizer Gästen, für welche der Franken nicht teurer geworden ist. Im Weiteren die Reduktion des Kostensockels für touristische Betriebe durch die Unterstützung der parlamentarischen Initiative „Überhöhte Importpreise. Aufhebung des Beschaffungszwangs im Inland“ sowie die Verankerung des bis Ende 2017 befristeten Sondersatzes für die Beherbergung im Gesetz. Brancheninterne Massnahmen betreffen die Überarbeitung der Qualitätsförderung und die Unterstützung des Schneesports.

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